Antidiskriminierungsarbeit

Wer Demokratieförderung sagt, muss auch Antidiskriminierung(sberatung) sagen
Daniel Bartel, Antidiskriminierungsverband Deutschland (advd)
Kai Thomsen, CD-Kaserne

Wir diskutieren Antidiskriminierungsarbeit aus zwei verschiedenen Perspektiven.

Zum einen geht es um das Sichtbarmachen alltäglicher Diskriminierung durch Beratungsangebote. Gruppenbezogene Benachteiligungen bei der Arbeits- oder Wohnungssuche, auf Behördengängen, in der Schule oder Diskothek sind eine gesellschaftliche Realität und zugleich eine je persönliche Erfahrung mit weitreichenden Konsequenzen. Der Grundsatz der Würde und das Recht auf Gleichbehandlung sind zentrale Fundamente der Demokratie. Deshalb muss auch die aktive Auseinandersetzung mit Diskriminierung und die Unterstützung von Betroffenen ein integraler Bestandteil der Demokratieförderung sein, oder konkret in Niedersachen: werden. Im Rahmen des Forums werden der Ansatz und die Erfahrungen der Antidiskriminierungsberatung vorgestellt und diskutiert.

Einen weiteren neuen Präventionsansatz stellt die CD-Kaserne aus Celle vor. Antidiskriminierungsarbeit wird hier systemisch verstanden. Vorgestellt wird ein bundesweit einmaliges Modellprojekt für systemisch-interkulturelle Prävention für Kinder im Vorschulalter. Systemisch meint, dass nie von einzelnen Dingen bei einem Problem auszugehen ist, sondern immer auch die Umgebung und beteiligte Akteure in die Lösung mit einbezogen werden. Es werden dazu Fortbildungsangebote für pädagogische Fachkräfte angeboten.