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Maßnahmen im Rahmen der positiven Jugendentwicklung

Moderiert von: Andrea Berger-Nowak, Niedersächsisches Landesjugendamt

Impulsgeber 1: Stefan Schaper, AWO Braunschweig
Impulsgeber 2: Gesa Lonnemann, CVJM (angefragt)
Impulsgeber 3: Marion Latzke, ViA Linden e.V.

 

Zur Diskussion steht folgende Handlungsempfehlung:

Präventionsmaßnahmen lassen sich auch aus den Konzepten zur positiven Jugendentwicklung ableiten. [Es geht um die Veränderungen im Lebenslauf, die entweder über die direkte Beeinflussung einer Person (z.B. durch Kompetenzerwerb) oder indirekt über die Veränderung der sozialen und ökologischen Lebensbedingungen (z.B. Gestaltung der Entwicklungsbedingungen in der Familie) erreicht werden sollen.] Solche Maßnahmen sind allerdings insofern extremismusunspezifisch als sich ihre Inhalte auf allgemeine Aspekte einer gelungenen (oder gesunden) Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beziehen und damit nur mittelbar für Prävention von Radikalisierungsprozessen und politischem Extremismus relevant sind.

Scales und Leffert (2004) haben beispielsweise das Modell der Entwicklungsressourcen vorgeschlagen und unterscheiden dabei externale (d.h. von außen bereitgestellte) und internale (d.h. individuelle) Ressourcen. Zu den externalen Ressourcen, die Kinder und Jugendlichen brauchen, um sich gesund und frei von Problemen und Defiziten zu entwickeln, gehören soziale Unterstützung (Familie, Schule, Nachbarschaft), Empowerment (Wertschätzung junger Menschen), tragfähige Bindungen (Familie, Peers, soziale Vorbilder) sowie kreative Freizeitangebote (Sport, Musik u.a.). Zu den internalen Ressourcen gehören Lernbereitschaft (Leistungsmotivation, Bindung an Schule), positive Werte (Gerechtigkeit, Gleichheit, Ehrlichkeit), soziale Kompetenzen (positive Kontakte, gute Konfliktlösung) sowie eine positive soziale Identität. Die meisten dieser Bereiche wurden bereits in den zuvor erwähnten Präventionsmaßnahmen angesprochen. Anderes, wie etwa schulische oder akademische Förderprogramme, würde dazu dienen, sich indirekt oder mittelbar auf die Prävention von Radikalisierung und Extremismus auszuwirken.